Muss ich an Aufstellungen glauben?

Sie müssen keine bestimmte Weltanschauung übernehmen, um eine räumliche Darstellung Ihres Anliegens zu betrachten. Sie dürfen Fragen stellen, Eindrücke unpassend finden und Deutungen widersprechen. Zugleich ist Aufstellungsarbeit kein Verfahren, dessen Nutzen sich für jede Person und jedes Anliegen versprechen lässt. Skepsis muss deshalb nicht beseitigt werden, bevor Sie ein Angebot prüfen.

Hilfreicher als die Frage nach dem Glauben kann eine andere sein: Verstehe ich, was in diesem konkreten Termin geschieht, und möchte ich mich darauf einlassen? Eine nachvollziehbare Antwort braucht keine naturwissenschaftliche Erklärung für jeden Eindruck.

Was bedeutet „glauben“ in dieser Frage?

Manche Menschen meinen damit: Muss ich die Vorstellung eines „wissenden Feldes“ teilen? Andere fragen, ob sie etwas Bestimmtes spüren müssen oder eine Deutung akzeptieren sollen. Das sind unterschiedliche Erwartungen. Ein konkretes Vorgespräch sollte sie auseinanderhalten.

Die Geschichte der Aufstellungsarbeit umfasst verschiedene Ansätze und Erklärungen. Schon deshalb lässt sich aus dem Wort „Aufstellung“ kein einheitliches Weltbild ableiten. Eine erste Orientierung bietet Familienaufstellung einfach erklärt. Fragen Sie immer nach dem tatsächlichen Vorgehen der jeweiligen Begleitung.

Was Sie unmittelbar nachvollziehen können

In einem Einzeltermin werden beispielsweise Markierungen für ausgewählte Aspekte Ihrer Frage im Raum angeordnet. Sie können sehen, wie die Elemente zueinander stehen, und beschreiben, was Ihnen dabei auffällt. Über die Bedeutung sprechen Sie mit der Begleitung. Diese Beschreibung des Ablaufs setzt noch keine Erklärung dafür voraus, warum ein bestimmter Eindruck entsteht.

Bei On Perception verbinde ich Gespräch und Prozessarbeit im Raum. Sie beobachten zunächst und entscheiden im weiteren Verlauf, ob Sie selbst einzelne Positionen erkunden möchten. Sie müssen kein bestimmtes Gefühl herstellen. Auch „Ich bemerke hier keinen Unterschied“ ist eine mögliche Rückmeldung.

Intensives Erleben ist kein Beweis

Ein Eindruck kann überraschend, bewegend oder sehr stimmig erscheinen. Daraus folgt keine sichere Aussage über unbekannte Ereignisse oder die Gedanken eines anderen Menschen. Auch die Nennung von Physikern oder Begriffen aus der Quantenphysik belegt weder eine Wirkung der Aufstellungsarbeit noch eine Erklärung für ihr Erleben.

Was Sie persönlich wahrnehmen und wie Sie es deuten, verdient eine sorgfältige Unterscheidung. Der Artikel Wahrnehmung und Interpretation zeigt das an einem konkreten Beispiel.

Ein Beispiel: Eine Deutung passt nicht

Das folgende Beispiel ist erfunden. Eine Begleitung vermutet beim Betrachten einer Anordnung, dass jemand Abstand von seiner Arbeit gewinnen möchte. Die Person antwortet: „Eigentlich mag ich meine Arbeit. Mir fehlen verlässliche Absprachen im Team.“

Dann ist diese Rückmeldung der Ausgangspunkt für die weitere Klärung. Die ursprüngliche Vermutung muss nicht bestätigt werden. Eine Frage könnte nun lauten: „Welche Absprache brauche ich, damit ich meine Aufgabe gut erledigen kann?“ Skepsis gegenüber einer Deutung kann das Anliegen präzisieren. Sie darf nicht als Beweis dafür umgedeutet werden, dass die Vermutung heimlich doch zutrifft.

Welche Erwartungen sollten Sie vorab ansprechen?

Sie können offen sagen, was Sie interessiert und was Ihnen fremd erscheint. Fragen Sie, welche Rolle eigene Wahrnehmungen haben, ob Sie Schritte ablehnen können und wie ein Termin beendet wird. Achten Sie auch darauf, ob Grenzen benannt und Ergebnisse offengelassen werden. Die Kriterien für ein seriöses Aufstellungsangebot helfen dabei.

Wenn Ihnen das Vorgehen trotz Erklärung nicht zusagt, müssen Sie es nicht ausprobieren. Ein anderes Gesprächs- oder Beratungsformat kann zu Ihrer Frage besser passen. Eine Methode zu wählen ist keine Prüfung Ihrer Offenheit.

Das Berliner Einzelangebot kennenlernen

Bei On Perception begleite ich persönliche Anliegen vor Ort in Berlin, ohne Gruppe. Eine bestimmte Überzeugung ist keine Voraussetzung für die Anfrage. Wir besprechen, worum es Ihnen geht und ob der Rahmen passt. Ablauf, Dauer, Kosten und Anfrage finden Sie auf der Seite Familienaufstellung und systemische Einzelaufstellungen in Berlin.

Historische Einordnung unterschiedlicher Haltungen: Systemische Gesellschaft: Potsdamer Erklärung von 2004. Dieser Beitrag formuliert eine Haltung zum Umgang mit Skepsis und behauptet keinen wissenschaftlichen Wirkungsnachweis.

Alle Hintergrundartikel