Familienaufstellung ohne Familie: Geht das?
Ja. Für eine Familienaufstellung im Einzelsetting müssen Ihre Angehörigen nicht anwesend sein. Sie kommen allein zu einem Termin mit der Begleitung. Bodenanker oder Figuren können für ausgewählte Personen, Beziehungen oder Fragen stehen. Ausgangspunkt bleibt Ihr eigenes Anliegen. Die abwesenden Menschen werden dadurch weder befragt noch vertreten wie in einem tatsächlichen Gespräch.
Vielleicht möchten Sie ein Thema zunächst für sich betrachten, bevor Sie es in der Familie ansprechen. Vielleicht ist eine gemeinsame Teilnahme gar nicht möglich. Entscheidend ist dann: Was lässt sich aus Ihrer eigenen Perspektive klären, und wofür brauchen Sie später den Austausch mit anderen? Den größeren Zusammenhang erklärt die Einführung in die Familienaufstellung.

Was bedeutet Einzelsetting konkret?
„Einzelsetting“ bezeichnet den Rahmen: Sie arbeiten mit einer Begleiterin oder einem Begleiter, ohne weitere Teilnehmende. Das unterscheidet sich sowohl von einem gemeinsamen Familientermin als auch von einer Gruppe mit fremden Stellvertretenden. „Familienaufstellung“ bezeichnet dagegen das Thema. Ein familiäres Anliegen und ein Einzeltermin schließen einander deshalb nicht aus.
Bei On Perception verbinde ich das Gespräch mit der Prozessarbeit im Raum. Bodenanker sind Markierungen, deren Bedeutung vereinbart wird. Auch Figuren können eingesetzt werden. Sie betrachten zunächst die Darstellung und entscheiden im Verlauf, ob Sie einzelne Positionen selbst erkunden möchten. Eine Position ist ein Angebot zur Betrachtung, keine Verpflichtung, etwas Bestimmtes zu empfinden.
Wessen Sicht wird dabei dargestellt?
Die Auswahl der Elemente und ihre Anordnung beziehen sich auf das Anliegen, das Sie mitbringen. Ein Bodenanker mit der Bezeichnung „Vater“ ist nicht Ihr Vater. Was Sie beim Betrachten wahrnehmen, sagt zunächst etwas über Ihr Erleben in dieser Situation aus. Es beweist nicht, was er denkt, fühlt oder beabsichtigt.
Diese Unterscheidung hat praktische Folgen. Aus „Mein Vater möchte offenbar, dass ich bleibe“ könnte eine überprüfbare Frage werden: „Habe ich ihn eigentlich gefragt, was er erwartet?“ Den Unterschied zwischen Eindruck und Schlussfolgerung vertieft der Beitrag Wahrnehmung und Interpretation.
Ein Beispiel: Unterstützung neu vereinbaren
Das folgende Beispiel ist erfunden. Ein Mann übernimmt regelmäßig Besorgungen für seine Eltern. Seine Schwester wohnt weiter entfernt. Er möchte weniger organisieren, befürchtet aber, sie im Stich zu lassen. Die Frage lautet zunächst: „Wie bringe ich meine Schwester dazu, mehr zu tun?“
Für einen Einzeltermin lässt sich der eigene Anteil genauer fassen: „Welche Unterstützung kann ich leisten, und welche Absprache fehlt uns?“ Denkbare Elemente sind die eigene Position, die bisherigen Aufgaben und die verfügbare Zeit. Im Gespräch kann sich zeigen, dass manche Aufgaben fest zugesagt sind, andere aus Gewohnheit übernommen werden. Die Schwester muss dafür nicht anwesend sein. Ihre Bereitschaft zu einer neuen Verteilung bleibt dennoch offen und muss mit ihr besprochen werden. Mehr zu diesem Anliegen lesen Sie unter Verantwortung in der Familie.
Was ein Einzeltermin nicht ersetzen kann
Sie können Ihre Position betrachten und ein Gespräch vorbereiten. Eine gemeinsame Vereinbarung entsteht erst mit den Beteiligten. Auch Sachfragen, etwa zu einer Pflegeorganisation oder einer rechtlichen Zuständigkeit, benötigen die entsprechende fachliche Auskunft. Eine Aufstellung stellt solche Informationen nicht fest.
Ob Einzelsetting oder Gruppe besser zu Ihrem Anliegen passt, lässt sich nicht pauschal entscheiden. Fragen Sie nach dem Vorgehen und überlegen Sie, in welchem Rahmen Sie offen sprechen können. Die Kriterien für ein seriöses Aufstellungsangebot helfen bei dieser Entscheidung.
Persönlicher Einzeltermin in Berlin
Bei On Perception begleite ich familiäre, persönliche und berufliche Anliegen im vertraulichen Einzelsetting vor Ort in Berlin. Angehörige oder eine Gruppe sind dafür nicht erforderlich. Ablauf, Dauer, Kosten und Terminvereinbarung finden Sie auf der Seite Familienaufstellung und systemische Einzelaufstellungen in Berlin. Den genauen Sitzungsort klären wir vorab.
Sie müssen für die Anfrage noch keine vollständige Familiengeschichte oder fertige Frage formulieren. Einige Stichworte zu Ihrer Situation reichen, um das mögliche Vorgehen zu besprechen.
Fachliche Einordnung des Begriffs Stellvertretung: DGSF-Fachgruppe Systemische Aufstellungen. Die Beispiele dieses Artikels sind eigene Erläuterungen, keine dokumentierten Fälle.

Anliegen und Terminmöglichkeiten klären
Ich begleite persönliche Anliegen im vertraulichen Einzelsetting vor Ort in Berlin. Sie möchten besprechen, ob das Vorgehen zu Ihrer Frage passt? Für eine erste Anfrage genügen einige Stichworte und Ihre zeitlichen Möglichkeiten.