Was ist eine systemische Aufstellung?

Hintergrundinformationen

Manche Fragen lassen sich ausführlich erklären und bleiben trotzdem schwer zu greifen. Etwa wenn Sie zwischen zwei Entscheidungen stehen, in einer Beziehung wiederholt dieselbe Rolle übernehmen oder Verantwortung tragen, deren Grenzen unklar geworden sind. Eine systemische Aufstellung bietet einen räumlichen Zugang zu solchen Fragen: Aus einem gedanklichen Zusammenhang entsteht eine Anordnung, die sich betrachten und verändern lässt.

Eine Situation im Raum darstellen

In einer Aufstellung erhalten ausgewählte Teile eines Anliegens einen Platz im Raum. Das können Menschen und Beziehungen sein, aber auch eine berufliche Rolle, ein Ziel oder unterschiedliche Handlungsoptionen. Die Anordnung wird zum Ausgangspunkt für die weitere Betrachtung. Welche Position nimmt viel Raum ein? Worauf richtet sich die Aufmerksamkeit? Was fällt auf, wenn sich ein Abstand verändert?

Das SySt Institut beschreibt systemische Strukturaufstellungen als einen Ansatz, mit dem sich Systeme räumlich darstellen und untersuchen lassen. Strukturaufstellungen nach Insa Sparrer und Matthias Varga von Kibéd sind dabei eine bestimmte methodische Richtung innerhalb der vielfältigen Aufstellungsarbeit. Der Oberbegriff allein sagt noch wenig darüber aus, wie eine einzelne Anbieterin oder ein einzelner Anbieter arbeitet. Zur Begriffsbestimmung des SySt Instituts.

Was bedeutet dabei systemisch?

Eine systemische Betrachtung bezieht den Zusammenhang ein, in dem eine Frage entsteht. Eine belastende Situation wird dann beispielsweise auch mit Blick auf Rollen, Erwartungen und wiederkehrende Interaktionen untersucht. Bei einer beruflichen Entscheidung kann es um das eigene Interesse gehen und zugleich um die Erwartungen eines Teams oder der Familie.

Die Systemische Gesellschaft betont die Eigenständigkeit der ratsuchenden Menschen und die Bedeutung ihrer jeweiligen Perspektive. Für die Einordnung einer Aufstellung ist das ein hilfreicher Maßstab: Eine zusätzliche Betrachtungsweise soll Ihren Handlungsspielraum erweitern. Sie nimmt Ihnen die Bewertung Ihrer Lebenssituation nicht ab. Hintergrund zum systemischen Ansatz.

Ein Beispiel für eine Entscheidungsfrage

Stellen Sie sich vor, Sie überlegen, eine neue berufliche Aufgabe zu übernehmen. Die Aufgabe interessiert Sie, zugleich würde sie Ihre verfügbare Zeit verändern. In einer beispielhaften Aufstellung könnten Ihre aktuelle Situation, die neue Aufgabe und die Zeit für Ihr Privatleben jeweils eine Position bekommen.

Beim Betrachten könnte auffallen, dass Sie vor allem die neue Aufgabe im Blick haben. Daraus ließe sich die Frage entwickeln, welche Bedingungen Sie vor einer Zusage klären möchten. Vielleicht fehlt eine konkrete Information über Arbeitszeiten. Vielleicht möchten Sie zuerst mit einer nahestehenden Person sprechen. Vielleicht ist eine dritte Möglichkeit denkbar, die bisher nicht berücksichtigt wurde.

Dieses Beispiel ist zur Veranschaulichung erfunden. Es zeigt, wie sich aus einer räumlichen Betrachtung Fragen für das weitere Handeln ableiten lassen. Eine Anordnung kann weder die künftige Entwicklung einer Arbeitsstelle vorhersagen noch die Entscheidung für Sie treffen.

Aufstellungen sind auch ohne Gruppe möglich

Wer bei einer Aufstellung an eine größere Gruppe denkt, kennt eine mögliche Form. Im Einzelsetting können Bodenanker oder Figuren die ausgewählten Elemente repräsentieren. Andere Menschen aus Ihrem Umfeld müssen dafür nicht anwesend sein.

Bei On Perception findet die Arbeit mit Thordis Treiber im vertraulichen Einzelsetting in Berlin statt. Wie Bodenanker eingesetzt werden und welche Schritte zu einer Sitzung gehören, erläutert der Artikel Einzelaufstellung mit Bodenankern: Ablauf, Dauer und Vorbereitung.

Wie Eindrücke eingeordnet werden können

Eine räumliche Position kann einen Eindruck oder eine Assoziation auslösen. Daraus entsteht zunächst eine Beobachtung, deren Bedeutung zu klären ist. Wenn sich eine Position zum Beispiel unangenehm anfühlt, bleibt offen, wie dieser Eindruck mit Ihrer Frage zusammenhängt. Er ist kein Beleg dafür, was eine abwesende Person denkt oder welche Absichten sie hat.

Die Fachgruppe Systemische Aufstellungen der DGSF hebt hervor, dass Wahrnehmungen mit der Sicht der ratsuchenden Person abgeglichen werden müssen und nicht automatisch als Wahrheit gelten können. Das schützt die Möglichkeit, einem Eindruck zuzustimmen, ihn anders zu verstehen oder ihn beiseitezulassen. Qualitätssicherung für die Aufstellungsleitung.

Welche Erwartungen sind angemessen?

Eine sinnvolle Ausgangsfrage lässt sich auf den eigenen Einflussbereich beziehen: Was möchte ich besser verstehen? Welche Handlungsmöglichkeit möchte ich prüfen? Woran würde ich nach dem Termin merken, dass ich einen Schritt weitergekommen bin? Ein mögliches Ergebnis wäre eine konkretere Frage, eine veränderte Sicht auf die Situation oder ein nächster Schritt, den Sie im Alltag erproben möchten.

Daraus folgt kein Versprechen einer bestimmten Wirkung. Ebenso wenig lässt sich aus einer einzelnen Erfahrung eine allgemeine Aussage über die Wirksamkeit der Methode ableiten. Zur Unterscheidung von Beratung und Behandlung lesen Sie Aufstellung, Coaching und Psychotherapie: Unterschiede und Grenzen.

Systemische Aufstellungen in Berlin

Wenn Sie eine Aufstellung in Berlin erwägen, finden Sie auf der Angebotsseite von On Perception Informationen zur Arbeitsweise, zu möglichen Themen und zu den Rahmenbedingungen. Über die Kontaktseite können Sie Ihr Anliegen und offene Fragen zum Einzelsetting ansprechen.

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